Das Projekt „KOM-ING“

Hintergrund

Die Technische Mechanik (TM) ist ein Teilgebiet der Ingenieurswissenschaften und stellt theoretische Konzepte und Berechnungsgrundlagen für die anwendungsnahen Ingenieurdisziplinen bereit (u. a. den Maschinenbau). Sie ist Grundlagenfach für die derzeit über 400.000 in Deutschland Studierenden in den Ingenieurwissenschaften und wichtiger Bestandteil des international akzeptierten ingenieurwissenschaftlichen Professionswissens.

 

Zielsetzung und Fragestellung

Im Rahmen des KOM-ING-Projekts werden ein Kompetenzmodell für die Domäne der TM und zwei darauf aufbauende Testinstrumente entwickelt. Es wird der Frage nachgegangen, ob sich das Modell empirisch bewährt und inwiefern sich die TM-Kompetenzen von Studierenden auf der Grundlage der postulierten Kompetenzdimensionen differenziell beschreiben lassen. Die im KOM-ING Projekt zu erwartenden Ergebnisse können einerseits dazu dienen, Klarheit über Ausmaß und Ursachen von Lernproblemen in Grundlagenvorlesungen zur TM zu erlangen. Außerdem können die Testergebnisse dazu genutzt werden, Lehrende mit differenzierten Informationen über den Lernstand ihrer Studierenden zu versorgen, um darauf aufbauend die Lehre zu gestalten.

 

Das Kompetenzmodell (TM-Modell)

Das TM-Modell unterscheidet explizit zwischen objektiven Anforderungen und den psychischen Dispositionen, diesen Anforderungen zu genügen. Damit wird Kompetenz als ein duales Konstrukt verstanden, nachdem Personen als kompetent gelten, die leisten können, was sie leisten sollen.

 

Kompetenzmodell_KOM_ING

Kompetenzmodell (TM-Modell)

 

Das TM-Modell umfasst zwei Matrizen, wobei die linke die externen Kontextbedingungen von Kompetenz definieren (objektive Anforderungen) und die rechte die internen, psychischen Voraussetzungen, die zur Bewältigung der Anforderungsseite vonnöten sind (Kontextspezifische Leistungsdispositionen). Während die linke Seite des TM-Modells (Kontext) eine normative Setzung darstellt, kann man die rechte Matrix des Modells (Disposition) als eine hypothetische Kompetenzstruktur auffassen, die einer empirischen Prüfung bedarf.
Der Kontext wird unterschieden in Inhaltsbereiche der TM, welche objektiv in Form von Lehrbüchern gegeben sind. Innerhalb dieser Bereiche variiert die Anforderungshöhe u. a. mit der Kompliziertheit der mechanischen Objekte. Die Leistungsdispositionen ergeben sich aus den vier Prozessen des mechanischen Modellierens, die auf Grundlage des individuellen TM-Wissens zu Konzepten und Verfahren in der TM vollzogen werden.

 

Methoden

Im Projekt werden zwei Papier-/Bleistift-Erhebungsinstrumente entwickelt: Das erste Instrument dient der Bilanzierung von Bildungsabschnitten für die Inhaltsbereiche Statik, Festigkeitslehre und Dynamik und kann für Vergleichsarbeiten auf institutioneller Ebene genutzt werden (summatives Assessment). Das zweite Instrument liefert für den Teilbereich Statik tiefer gehende Informationen zur Differenz zwischen gefordertem Lehrziel und erreichten Lernstand, die für eine Gestaltung der Lehre genutzt werden können (formatives Assessment).
Die Haupterhebung findet mit 1800 Studierenden an verschiedenen deutschen Hochschulstandorten statt. Neben einer Prüfung von inhaltlich hergeleiteten Hypothesen sind zur Validierung des TM-Modells ein- und mehrdimensionale Modellierungen auf der Grundlage der Item-Response-Theorie vorgesehen. Zusätzlich zu den quantitativen Erhebungen werden die Lösungsansätze der Studierenden während der Testbearbeitung qualitativ betrachtet, um Hinweise auf evtl. vorhandene Fehlkonzepte und typische Fehler zu erhalten.

Projektdaten

Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Förderkennzeichen: 01PK11012A
Name: Modellierung und Messung von Kompetenzen der Technischen Mechanik in der Ausbildung von Maschinenbauingenieuren
Akronym: KOM-ING
Laufzeit: 01.04.2012 bis 31.03.2014

 

 

 

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